Passionsspielhaus Oberammergau

Passionsspielhaus Oberammergau Wandelbare Überdachung der Freibühne
2003–2008
600 m²
Umbau + Erweiterung

Die offene Bühne des Passionsspielhauses ist dem Witterungsverlauf ausgesetzt, der so durchaus als Teil der jeweiligen Inszenierung verstanden werden kann. Mit dem zunehmenden Anspruch an eine temporär von der Witterung unabhängig nutzbare Spielstätte entstand der Wunsch nach einer wandelbaren Überdachung.

Das Erscheinungsbild der Freiluftbühne ist von der Bogenkonstruktion des Daches über dem Zuschauerraum mit dem dahinter liegenden Alpenpanorama geprägt. Die Erhaltung dieses prägnanten Eindruckes steht bei der Überdachung des Bühnenraumes wesentlich im Vordergrund.

Jede geschlossene Überdachung beeinträchtigt potenziell die räumliche Wirkung sowie die möglichen Sichtbeziehungen und verändert den bestehenden Charakter der Akustik.

Die architektonische Lösung verlagert mögliche Irritationen für die Publikumswahrnehmung außerhalb von Spielstätte und Zuschauerraum, ohne dabei die Anforderungen der Denkmalpflege außer Acht zu lassen.

Die vorgesehene, dem bogenförmigen Abschluss des Zuschauerhauses folgende Hyperfläche mit schrägem, offenem Abschluss, deren Grundrissprojektion dem ovalen Bühnenumriss entspricht und deren Gegenkrümmung eine kontrollierte Wasserableitung ermöglicht, erhält den großzügigen Ausblick aus dem Zuschauerraum.

Die Konstruktion aus Metallstäben wird mit einer transparenten Folie unterspannt und mit einem Edelstahldrahtgewebe als Regentropfenzerstäuber überzogen, um die gewünschten Licht- und Akustikverhältnisse für eine Freiluftaufführung zu schaffen.

Die Dachschale kann auf Schienen in eine weitere Position vor das Bühnenhaus geführt werden und ermöglicht damit zusätzliche Formen der öffentlichen Nutzung dieses Areals, das nunmehr ebenfalls über einen Witterungsschutz verfügt.