Museum Judenplatz

Ausstellungsräume für Grabungsfunde des Mittelalters
1995–2000
450 m²
Umbau + Erweiterung

Der Entwurf von Rachel Whiteread für das Holocaust-Mahnmal enthält keine offensichtlichen Bezugspunkte zu den archäologischen Grabungsfunden unterhalb des Judenplatzes. Daher wird ihr Beitrag von zwei getrennten Planungsbereichen ergänzt, der Platzgestaltung und dem Museum am Judenplatz im Misrachihaus, das eine Ausstellung über das Leben der jüdischen Gemeinde im Mittelalter zum Inhalt hat.

Der Platz sowie die unmittelbar angrenzenden Straßenräume werden als verkehrsfreie, geschlossene Oberfläche gestaltet. Es war nahe liegend, dafür die in der Innenstadt übliche Form der Bepflasterung mit alten Granitplatten zu wählen und Neustrukturierungen wie Übergänge und Grate mit einer Dimensionsänderung des Materials zu beschreiben. Die künstliche Beleuchtung des Platzes erfolgt von den Dächern der angrenzenden Häuser und ermöglicht auf diese Weise eine regelmäßige Ausleuchtung des Stadtraumes, dessen Zentrum nunmehr vom Holocaust-Mahnmal und Lessing-Denkmal bestimmt ist.

Über neue Ausstellungsräume im Erdgeschoß und Keller des Misrachihauses wird entlang eines unterirdischen Verbindungsganges die archäologische Ausgrabung erreicht. Der Zugang ist – mit Rücksicht auf die Grabungsergebnisse – der Schauraummitte zugeordnet und ermöglicht so den Besuchern nach Eintritt einen räumlichen Gesamtüberblick.

Der freigelegte Umriss der 1421 zerstörten Synagoge legt Lage und Größe des Schauraumes fest. Den neuen Raumwänden vorgesetzt, beschreibt eine Vorsatzschale aus galvanisiertem Messingblech exakt die Ausgrabungsgrenze. Sie blendet die Haustechnik aus und wird zum Hintergrund für die Materialvielfalt der Grabungsteile, ohne Kunstlicht störend zu reflektieren.

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